Best of Anni Freiburgbärin von Huflattich

Im September blühen Bauerngärten auf

Was gibt es schöneres als bei diesem herrlichen Spätsommerwetter auf dem wärmsten Balkon nördlich der Alpen zu sitzen und die Sonne auf’s Fell scheinen zu lassen. Ruhe, Entspannung, wunderbarer Müßiggang.

Auch der Eichkater freut sich ob des schönen Wetters

Auch der Eichkater freut sich ob des schönen Wetters

Sogar die Nachbarn unten sind still. Nele-Marie, hat seit Minuten keinen Ton von sich gegeben. Nele-Marie ist geschätzte zwölf bis vierzehn Jahre alt, also im besten Kotzbrockenalter.

„Willst Du mit Dummtöle gassi gehen?“, fragt plötzlich Mama. Dummtöle heißt natürlich anders, bei mir aber nur Dummtöle. Dummtöle ist nicht identisch mit jaulendem Mistvieh, einem anderen Nachbarsköter.

„Ja, Mama. Mach‘ ich“. Ich traue meinen Ohren kaum. Nele-Marie hat, vermutlich dank des schönen Wetters, ihre allzeit kampfbereiten Krallen eingezogen und gibt sich familiär.

„Ich will auch mitkommen“, meldet sich lautstark klein Horst-Kevin, ganze vier Jahr und schon erwachsen, zu Wort.

„Nimmst Du Horst-Kevin mit, Nele-Marie?“, fragt Mama.

„Ja, Mama, mach‘ ich“.

Ich gebe unumwunden zu, dass ich völlig verblüfft bin. Die Leine wird geholt, Dummtöle freut sich, es geht los.

„Nele-Marie, nimm Horst-Kevin an die Hand, damit er nicht unter die Räder kommt. Du weißt, der Verkehr ist ziemlich gefährlich.“

„MAMA!“ Aus dem Stand heraus ist Nele-Marie absolut empört. Kotzbrockenalter denke ich.

„Das mache ich nicht. Nachher denken die Leute, Horst-Kevin sei mein Kind.“

Das hat gesessen. Ein blitzschneller Tiefschlag, wie Boxer es nennen. Auch Mama zögert einen Tick zu lange: „Mach‘ schon“.

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